Archive for Mai, 2010
Von Gemeinschaften und Fischen …
Für Dich, auf Gedeih und Verderb
Was ist Kameradschaft, wie definiert man ein Team und was heißt es eigentlich, in einer Gilde zu sein?
Ist Kameradschaft etwa das Gefühl, zusammen mit anderen Menschen etwas zu erleben? Dabei zu sein, wenn man einen neuen Boss bezwingt?
Warum ist man in einer Gilde? Vielleicht, um sich mit dem Gildennamen aufzuspielen und damit zu protzen? Möglicherweise findet man auch einfach die Leute toll und möchte mit ihnen Spaß haben. Eventuell sehen manche eine Gilde auch als Konfrontationsherd, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick und allzeit streitbereit. Und was genau ist eigentlich ein Team?
Nun, das wichtigste für all die oben genannten Punkte ist wohl die Rücksichtnahme auf andere. In einem Team steht man nicht selbst im Mittelpunkt, man ist immer Teil eines Ganzen. Eine Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied, dessen muss man sich in einer Gemeinschaft immer bewusst sein, denn das ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. Die Bereitschaft, sich in das Team einzufügen, für die eingeteilte Aufgabe alles zu geben und den Rest des Teams so gut wie nur irgend möglich zu unterstützen, also einfach nur zu „funktionieren“, das kann und darf nicht zu viel verlangt sein.
Natürlich erwartet niemand von jedem wirklich dauerhaft 150%, das ist unmöglich und wäre auch Wahnsinn. Dass Fehler passieren ist nur menschlich, dafür wird niemand ausgelacht oder angemacht. Doch die Fähigkeit, aus seinen Fehlern zu lernen, sollte vorhanden sein. Die Fehler anderer Leute, sofern möglich, auszubügeln und nicht anzuprangern, ihnen mit Rat zur Seite zu stehen und sie nicht niederzumachen.
Das sind alles Selbstverständlichkeiten, die viele Menschen im Eifer des Gefechts einfach kommentarlos übergehen und somit der Gemeinschaft schaden, manchmal unterbewusst, manchmal gewollt, doch in beiden Fällen fehlt es offensichtlich an Teamfähigkeit.
Man ist nicht mehr Glied einer Kette sondern vielmehr der Schweißbrenner, der das schwächste Glied lokalisiert, es gezielt angreift und der Öffentlichkeit preisgibt. Dass man dabei aber wieder vom Rest des Teams abhängig ist, vergisst auch hier mancher wieder viel zu schnell, denn um etwas erreichen zu können benötigt es die Kraft Vieler verschmolzen zu etwas Großen und eben nicht etwas Großes, bestehend aus vielen Einzelkämpfern.
Es reicht nicht aus, sich „Team“ zu nennen, man muss auch so agieren. Einer führt, die anderen folgen, wer aus der Reihe tanzt muss ausgewechselt werden um die Stärke der Gemeinschaft zu bewahren. Quergänger, die sich nach mehrmaligen Zurechtweisungen immernoch über den Ausschluss beschweren und die Gemeinschaft der mangelnden Teamfähigkeit anklagen, sollten sich erst mal in eine Ecke setzen und über das Wort „Teamfähigkeit“ noch einmal genau nachdenken, denn sie sind es, die unfähig sind, im Team zu spielen.
Was würde mit einem Haufen Schwarmfische passieren, wenn jeder seinen eigenen Willen hätte? Die Ausrottung würde wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der Schwarm überlebt nur, weil er als ein großes Tier handelt und durch die damit erreichte Größe Fressfeinde verwirrt und abschreckt.
Damit ist der Schwarmfisch wohl das beste Beispiel für einen echtem Teamspieler, er folgt dem Anführer auf’s Wort, und das auch noch bedingungslos, denn er weiß, dass dies die einzige Chance ist, zu überleben. Egos gibt es dort nicht, wer sich weigert, wird schlicht gefressen. Sind das zu viele, wird der Schwarm immer kleiner und Fressfeinde können nicht mehr abgeschreckt werden, das „Team“ geht unter, und das nur, weil sich manche nicht zu benehmen wussten oder eigenmächtig handeln wollten.
Ihr alle seid Schwarmfische in einem Spiel, bei dem es darum geht, „Fressfeinde“ nach bester Möglichkeit zu überwältigen. Das geht nur, wenn ihr dem Anführer folgt ohne seine Entscheidungen in Frage zu stellen, nur wenn ihr mit Herz und Seele ein Teil der Gemeinschaft werdet, euren Platz findet und ihn akzeptiert.
Nach den schlimmsten Massakern ist es außerdem wichtig, zu reden und zu kritisieren.Dabei meine ich nicht schreiend, beleidigende Kritik, sondern konstruktive und lehrreiche Kritik, welche genaue Analysen des Kampfes erlaubt und etwaige Fehler frühzeitig herauskristallisiert, womit diese in weiteren Kämpfen vermieden werden können.
Sollten dennoch alle Stricke reißen, sollte sich der Anführer auch mal überlegen, ob der Fehler vielleicht bei ihm liegt, bevor wieder alles auf die anderen abgeschoben wird …
so long,
Scorpicor



Affli
Holy
Moonkin
Shadow